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Festredner Horst Schmitthenner appellierte, aktiv für soziale Gerechtigkeit einzustehen

Über 200 folgten der Einladung zur Jubilarfeier

27.10.2017 I Gerade in diesen unruhigen Zeiten komme es darauf an, den Zusammenhalt zu stärken. Dies funktioniere in der IG Metall Siegen angesichts ihrer über 25.000 Mitglieder gut, sagte der Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Siegen, Andree Jorgella, bei seiner Begrüßung zur Jubilarfeier in der Bismarckhalle in Weidenau.

Gerade die langjährigen IG Metall-Mitglieder sind das Fundament für eine durchsetzungsfähige und gestalterische Organisation wie der IG Metall in der Region. Dafür dankte Jorgella den Anwesenden im Namen des Ortsvorstands. Neben den Jubilaren mit 25, 40, 50 und 60 Jahren Mitgliedschaft sind auch sechs Mitglieder für 70 Jahre in der IG Metall geehrt worden.

Einer der Jubilare hielt die Festrede: Horst Schmitthenner, ehemaliges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, trat vor 60 Jahren in die IG Metall Siegen ein. Er blickte schlaglichtartig auf die politischen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte mit einem Fokus auf den Eintrittsjahren der Jubilare. Der Redner spannte den Bogen von der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung: 1947 verkündeten die USA die Truman-Doktrin und leitete damit den Kalten Krieg ein. Die Teilung Deutschlands zeichnete sich schon damals ab.

50 Jahre später, in der Wendezeit und den Folgejahren, wurden entscheidende Weichen falsch gestellt: Das Zusammengehen habe Verlierer vorwiegend im Osten durch Arbeitslosigkeit, Entindustrialisierung, Entvölkerung, Armut und Spaltung der Gesellschaft, mit sich gebracht. Gewonnen hätten vor allem westdeutsche Unternehmen durch zusätzliche Profite. Der Gewerkschafter appellierte: „Es muss unser Ziel bleiben, möglichst schnell gleiche Lebensbedingungen herzustellen.“

Damit war Schmitthenner mittendrin in Gegenwart und Zukunft, wo er weiteren Handlungsbedarf sieht: „Wir wollen Sicherheit und Perspektiven – für alle! Für Deutsche und Nicht-Deutsche, für Arbeitslose und Geflüchtete!“ Der Redner appellierte erneut: „Wir müssen die Herausforderung annehmen, wir müssen die AfD inhaltlich stellen. Wir tun gut daran, uns kämpferischer aufzustellen und mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen, von den Sozial- bis zu den Umweltverbänden, Bündnisse zu schließen, um die wie auch immer geartete Regierungskoalition zu drängen, mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen.“

Kümmern sollten wir uns morgen wieder, schloss Schmitthenner. An diesem Abend gehe es darum, Danke zu sagen. Das tat die IG Metall Siegen mit einem guten Abendessen, Musik der Freudenberger „Zwaseln“ und unterhaltsamen, witzigen Shows von „Tante Luise und Herr Kurt“ und Bauchredner Marcus Magnus.