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Warnstreiks in der Siegerländer Metall- und Elektroindustrie

„Das Leben ist kein Tempomat“

16.01.2018 I Die Forderungen der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie sind bekannt. Wie sehr sie den Nerv der Belegschaften treffen, demonstrierten die Beschäftigten beim Warnstreik in der Siegerlandhalle: Über 1800 Metaller und Metallerinnen aus 50 Betrieben des Altkreises Siegen legten für rund vier Stunden die Arbeit nieder, verwandelten den Gläsersaal in einen Hexenkessel und bekräftigten so sowohl mit ihrer zahlenmäßigen Stärke als auch mit ihrer Lautstärke die Entschlossenheit der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Siegen, Andree Jorgella, warf den Arbeitgebern angesichts der brummenden Geschäfte und der zunehmenden Belastungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Blockadehaltung vor. Die Metallerinnen und Metaller wollen nicht nur mehr Geld. Mit ihrer Forderung nach Arbeitszeiten, die zum Leben passen, lägen sie voll im Trend, so Reiner Urbricks, Betriebsratsvorsitzender von Salzgitter Mannesmann Präzisrohr. „Früher war man nach der Schicht müde. Heute ist man kaputt“, rief Richard Rohnert, NRW-Bezirkssekretär für Tarifpolitik, den Warnstreikenden zu. „Das Leben ist kein Tempomat“, warb er dafür, den Fuß auch mal vom Gas nehmen zu können, „mal runter auf Tempo 28“.

Sollten die Arbeitgeber sich nicht bewegen, ist nächste Woche in den Wittgensteiner Betrieben Warnstreik angesagt.