Inhalt

Jahresempfang der IG Metall Siegen

„Einstieg in mehr Selbstbestimmung geschafft“

26.02.2018 I Viele gesellschaftliche Themen bewegen die IG Metall – und die Gewerkschaft gestaltet gesellschaftliche Entwicklungen mit. Die große Bandbreite wurde beim Jahresempfang der IG Metall Siegen im Gläsersaal der Siegerlandhalle deutlich. Andree Jorgella, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Siegen, blickte vor 250 Metallerinnen und Metallern auf ein ebenso ereignisreiches Jahr zurück wie voraus.

Der Bevollmächtigte erinnerte zunächst an die große Beschäftigtenbefragung der IG Metall zur Arbeitszeit, deren Ergebnisse in den jüngst erzielten Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie geflossen sind. Gastredner Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, sagte dazu: „Wir haben den Einstieg in mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit geschafft.“ Giesler dankte den Siegerländer und Wittgensteiner Warnstreikenden für ihren Beitrag zu diesem Erfolg. Die Umsetzung der erkämpften Flexibilisierung der Arbeitszeit ist eine der Herausforderungen dieses Jahres.

Weitere zentrale Themen und Entwicklungen waren und sind unter anderen: die Krise in der Stahlindustrie, die Fusion von Thyssen Krupp mit Tata Steel, bei der die IG Metall die Interessen der Beschäftigten denkbar gut vertreten hat, das Dauerthema Digitalisierung, die Rente und die anstehenden Betriebsratswahlen, bei denen ein Aspekt der Rechtsruck in Deutschland ist.

Dazu referierte Stefan Klenzmann, gegen Fremdenfeindlichkeit engagierter Betriebsrat der SMS Group. Er forderte von seinen Kolleginnen und Kollegen, klar Kante gegen nationalistische Tendenzen am Arbeitsplatz zu zeigen, entsprechend den Werten der IG Metall. Die Gewerkschaft unterstützt ihre Mitglieder dabei, in Umkleiden, an Werkbänken und in Büros argumentativ dagegenzuhalten, gerade jetzt vor den Betriebsratswahlen.

Verschiedene Statements auf dem Podium boten einen Einblick in die thematische Bandbreite der Gewerkschaftsarbeit: Christian Werner, Betriebsratsvorsitzender bei Bald, veranschaulichte, wie wichtig es ist, dass Gewerkschaften die Digitalisierung begleiten, auch im Handwerk. Dem Motto „Tue Gutes und rede drüber“ folgt der Betriebsrat von Achenbach Buschhütten. Das erklärte Betriebsrat Ralf Neuser anhand von Beispielen, wie in ihrem Betrieb mit einfachen Mitteln und durch kleine Gesten die Basis angesprochen wird. Jugendvertreterin Maike Schlabach von den Deutschen Edelstahlwerken verdeutlichte die dauerhafte Aktualität der Antidiskriminierungskampagne „Respekt“ schon in der Ausbildung. Klaus-Dieter Zissel, Betriebsratsvorsitzender von Ejot, berichtete über ein Positivbeispiel für den Umgang mit Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern.

Andree Jorgella beschrieb abschließend die Ziele, die Werbung vor allem junger Mitglieder, einer Hauptzielgruppe, zu intensivieren. Zudem habe die Tarifrunde gezeigt: „Wir brauchen eine Stärkung der Vertrauensleutearbeit.“