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IG Metall Siegen ehrte rund 200 Jubilarinnen und Jubilare

Arbeit muss mehr Wertschätzung erfahren

10.11.2018 I „Die Stärke, die wir haben, ist die Stärke unserer Mitglieder“, sage Andree Jorgella, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen, bei der Jubilarehrung der Gewerkschaft. Mit dieser Stärke meinte er die große Zahl an Mitgliedern – und die ist auch den vielen langjährig Treuen zu verdanken. Rund 200 Jubilarinnen und Jubilare der IG Metall Siegen folgten der Einladung der IG Metall in die Bismarckhalle in Weidenau.

Zehn Mitglieder gehören der IG Metall seit 70 Jahren an und 30 Metallerinnen und Metaller seit sechs Jahrzehnten. 70 Mitglieder sind seit einem halben Jahrhundert Mitglied, 40 seit 40 Jahren und 40 seit 25 Jahren. Die Jubilarinnen und Jubilare erlebten einen festlichen Abend mit guter Unterhaltung, gutem Essen, der Gelegenheit zum Austausch und einer ebenso witzigen wie ernsten Festrede. Festredner Schallmeyer, früher Vorsitzender der Gewerkschaft Textil-Bekleidung, die später mit der IG Metall zusammenging, warf den Blick rund hundert Jahre zurück und spann den Bogen in die Gegenwart: „Gewerkschaften haben schon für Demokratie gestritten, als dies noch als Angriff auf den Staat galt“, sagte er. Die Weimarer Republik sei nicht gescheitert, weil es zu viele Nazis, sondern weil es zu wenige senkrechte Demokraten gegeben habe. Auch er betonte die Bedeutung der Stärke der Gewerkschaften und zitierte Hans Böcklers Appell: „Hütet die Einheitsgewerkschaft!“ Hans Böckler, der vor und nach dem Ersten Weltkrieg gewerkschaftlich aktiv gewesen war, auch in Siegen, wurde 1949 zum ersten Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gewählt.

Schallmeyer sagte, die IG Metall sei immer ein Bollwerk gegen Ungerechtigkeit und ein Motor für sozialen Fortschritt gewesen und sei es bis heute. Denn sie verficht den Sozialstaat, den Garant des inneren Friedens. Politik müsse endlich wieder für die Menschen gemacht werden. „Es ist gut, dass es die Tafeln gibt. Aber es ist erbärmlich, dass es sie in Deutschland geben muss“, so Schallmeyer weiter. Es stimme zwar, dass noch nie so viele Menschen Arbeit gehabt hätten. Richtig sei aber auch, dass noch nie so viele Menschen Arbeit hätten, von der sie nicht leben könnten.

Sozial sei nicht, was Arbeit schaffe, sondern was gute Arbeit schaffe. „Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle genug haben.“ Der Wert der Arbeit müsse wieder höher geschätzt werden. Die IG Metall sei die einzige Gewerkschaft, die die Macht und Kraft habe, das effektiv durchzusetzen. Er dankte den Jubilaren für ihre Gewerkschaftstreue: „Gemeinsam sind wir stark. Dass wir so gut dastehen, ist auch euer Verdienst!“