Inhalt

Stahlarbeiter zeigten den Arbeitgebern die gelbe Karte

13.02.2019 I Lautstark verschafften Metallerinnen und Metaller aus der Stahlindustrie im Siegerland bei zwei Warnstreiks der IG Metall Siegen ihren Forderungen Nachdruck. Sie machten den Arbeitgebern unmissverständlich klar, dass sie weiterhin an den steigenden Gewinnen in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie angemessen beteiligt werden wollen. Schließlich sind sie es, die das Umsatzplus erwirtschaftet haben.

Bei Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) und bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) in Geisweid demonstrierten insgesamt rund 800 Warnstreikende, darunter auch Kollegen von BGH Edelstahl. Es geht den Beschäftigten in der Stahlbranche nicht nur um 6 Prozent mehr Entgelt. Ebenso wie ihren Kollegen und Kolleginnen in der Metall- und Elektroindustrie fordern auch sie die für eine moderne Arbeitswelt notwendigen flexibleren Arbeitszeiten, um Arbeit und Leben besser vereinbaren zu können. Urlaubsgeld soll wahlweise in Freizeit umgewandelt werden können.

»Wenn’s Brei regnet, halten wir die Schüssel raus«, rief Andree Jorgella, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen, den Metallerinnen und Metallern vorm TKSE-Werkstor in Eichen zu. Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk adressierte an die Arbeitgeber, die Idee, Gewinne zu teilen, gehe »nicht in ihren Kopf«.

Wenige Tage später standen bei den DEW für zwei Stunden die Bänder still. Andree Jorgella betonte, gerade Schichtarbeiter bräuchten die Möglichkeit, zwischen Geld und Freizeit zu wählen. Betriebsratsvorsitzender Michael Treske sagte, dies sei eine der schwierigsten Tarifrunden, die er je erlebt habe. Die Arbeitgeber stünden kurz vorm Platzverweis.